Störche in Ilserheide

14. Mai 2012

Erstes Paar auf Nisthilfe der Familie Wiebke

Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es 123 Nisthilfen, von denen 39 mit einem Storchenpaar besetzt sind. Hinzu kommt ein Einzeltier.

Groß ist die Freude bei den Mitgliedern des Aktionskomitees “Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke” über die positive Entwicklung im Hausgarten der Familie Wiebke in Ilserheide. Nachdem dort in einer Privatinitiative im Februar vergangenen Jahres eine 14 Meter hohe Holzkonstruktion mit Nestplattform aufgestellt worden ist, hat sich nun zum ersten Mal ein Storchenpaar niedergelassen.

Beide Tiere tragen keine Beinringe, sodass ihr bisheriger Lebenslauf unbekannt ist. Einige Störche hatten im vergangenen Jahr hin und wieder auf der Plattform übernachtet, waren aber doch weitergezogen.

“Nun sieht es sehr gut aus. Das Storchenpaar ist seit dem 3. Mai da. Wir hoffen auf Jungtiere”, so Dr. Alfons Bense, der vor einigen Wochen das Nest in Ilserheide mit Rindenmulch und Pferdeäpfeln ausgepolstert hat. Zudem ist von der Familie Wiebke die Flechtwerkumrandung als Lockmittel für die Adebare mit weißer Farbe angestrichen worden.

Bisher ist Ilserheide auf der Storchenpopulationskarte der Stadt Petershagen noch nicht vertreten. Vor den Kurzbesuchen gingen die bisher größten Erwartungen auf das Jahr 1977 zurück, als sich auf einer Kopfesche im Bereich Im Dicken zur späten Brutzeit zwei Störche eingefunden hatten. Nachwuchs stellte sich nicht ein.

Ulrich Westermann

 

Zahlreiche Jungstörche aus Eiern geschlüpft

10. Mai 2012

Störche in den Bastauwiesen. Foto: Archiv

40 der Storchennester im Kreis Minden-Lübbecke sind besetzt, 38 Storchenpaare brüten.

Nach Auskunft von Dr. Alfons Bense vom Aktionskomitee Rettet die Weißstörche ist der 10. Mai ein wichtiges Datum für das Brutgeschäft. “Bei späterem Beginn klappts meist nicht mehr.”

Mit Stand 8. Mai sah die Lage folgendermaßen aus:

Hille-Ort: Das unberingte Paar des Vorjahres hat überwintert, dem ersten Ei im Nest auf dem Schornstein der alten Brennerei am 26. März folgten noch sechs weitere. Am Montag, 7. Mai, schlüpfte nach Auskunft des Heimat- und Gartenbauvereins Hille das vierte Storchenküken. Über eine an dem Schornstein installierte Kamera werden Bilder auf einen Flachbildschirm gesendet, der in die Außenwand der Brennerei eingebaut ist. Besucher können live in das Kinderzimmer der Störche hineinschauen und die Fütterung der Jungtiere, das Drehen der verbliebenen Eier oder den An- und Abflug der Altstörche beobachten.

Nest “Adebars Ruh” an der Kläranlage in Hartum: Zwei unberingte Störche am 8. März beobachtet, nicht mehr am Platz seit dem 21. März. Wechsel nach Hartum II oder Nordhemmern? Hartum II (Kopfpappel): Zwei Störche seit dem 19. März, beide unberingt; Junge geschlüpft. Südhemmern, Bastauwiesen: zwei unberingte Störche, Brut. Nordhemmern, Firma Rüter: zwei Störche seit dem 24. März, beide unberingt, Brut. Rothenuffeln, Bastauwiesen: Brut.

Eickhorst, Nähe Firma Budde: Erster Storch kam am 11. März, der zweite am 25. März; Männchen (und vielleicht auch Weibchen) wechselt am 27. März; Brut.

Hille Mindenerwald I (Heuer): Brut.

Hille Wittloge: Paar des Vorjahres, Schlupf, mindestens drei Jungvögel erkennbar.

Hille Neuenbaum (Rössler/Brunschütte): Storchenpaar war vorher auf dem Nest Schütte in Neuenbaum, Brut.

Hille Brennhorst (Zanders): Brut. Unterlübbe II (Meinert/Eskate): Brut.

Nettelstedt I (Aspelmeier): Brut; Nettelstedt II (Schafstall): Brut; Gehlenbeck: Männchen hat überwintert, war zwischenzeitlich abwesend; Weibchen unberingt; Schlupf, vermutlich zwei der Jungvögel eingegangen.

Rauhe Horst I (West): Brut.

Meister Adebar am Weserbogen

07. Mai 2012

Verein “Rettet die Weißstörche” mit Saison zufrieden / Vorstand bestätigt

Jürgen Striet ist als Vorsitzender des Vereins "Rettet die Weißstörche einstimmig bestätigt worden. | Foto: WesJürgen Striet bleibt 1. Vorsitzender des Aktionskomitees “Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke”.

Im Verlauf der gut besuchten Mitgliederversammlung im restaurierten Fachwerkgebäude “Windheim No. 2″ in Petershagen wurde er in seinem Führungsamt einstimmig bestätigt.

Weiterhin zu seinem Team gehören stellvertretender Vorsitzender Friedrich Schepsmeier und Schatzmeister Lothar Meckling. Dazu kommen die Vorstandsmitglieder Dr. Alfons Bense, Hermann Böhne, Stefan Bulk, Dr. Gerhard Franke, Dieter Kaiser, Dr. Albrecht von Lochow, Erwin Mattegiet, Jutta Niemann, Heinrich Rötger, Ekkehardt Stauss und Prof. Dr. Johannes Weinig.

Ein Thema war die Storchensaison 2012, die bisher sehr gut verläuft. Im Kreis haben sich 38 Paare eingefunden, vier mehr als im Vergleichsjahr 2011. In 37 Storchennestern werde gebrütet. Die ersten Jungstörche seien bereits geschlüpft. “Erfreulich ist, dass die Störche den Altkreis Lübbecke als Lebensraum wieder entdecken”, sagte Striet. Nach Gehlenbeck, Nettelstedt und Frotheim in den vergangenen Jahren kommen nun auch Rahden, Pr. Oldendorf und Hüllhorst dazu.

Auch am Weserbogen werde wieder gebrütet. Die beiden Mindener Storchennester in Stemmer und Rodenbeck seien ebenfalls besetzt, und: Beim Erfolg oder Misserfolg einer Storchensaison komme es letztlich auf die Zahl der Jungstörche an. Im Jahr 2011 seien 66 Jungtiere ausgeflogen, sechs mehr als 2010. “Wichtig ist es, Anstrengungen zu unternehmen, um den Störchen den verbliebenen Lebensraum zu erhalten und nach Möglichkeit zu optimieren”, sagte Striet.

Zudem ging er auf die Verwaltung der 450 Hektar Stiftungsflächen ein. Für das Flächenmanagement und die Betreuung des Areals dankte Striet dem Verein Biologische Station und der Unteren Landschaftsbehörde. Nahezu 100 Prozent der Flächen seien an Landwirte zur Wiesen- und Weidenutzung verpachtet. Eine wertvolle Unterstützung biete hierbei das Kulturlandschaftsprogramm, finanziert von Land und Kreis.

Neben der Weseraue und den Bastauwiesen sei das Naturschutzgebiet Rauhe Horst, nordwestlich von Lübbecke gelegen, der dritte gebietsmäßige Schwerpunkt, in dem sich das Aktionskomitee mit Flächenankäufen und Optimierungsmaßnahmen engagiere. “Die NRW-Stiftung hat hierfür einen Gesamtbetrag von bisher 600 000 Euro zur Verfügung gestellt. Für Landankäufe in einem Umfang von 14,75 Hektar wurden im vergangenen Jahr rund 213 000 Euro investiert.”

Ihren Ruf als Storchenhauptstadt in NRW hat Petershagen mit 15 brütenden Paaren bestätigt. Aktuell gibt es im Kreisgebiet 123 Nisthilfen. “Wir wollen die Störche als Wildtiere erhalten und nicht durchfüttern”, betonte Bense. Eine tolle Sache sei die neue Nisthilfe in Frille. Dort habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, um verschiedene Maßnahmen durchzuführen.

Guido Diethelm präsentierte in der Versammlung eine neue Internetkarte mit Darstellung der Storchenhorste. Text und Bilder sollen spätestens Ende Juni im Netz stehen.

 

 

Storchenpaar fühlt sich im Costedter Horst sehr wohl

03. Mai 2012

Alfons Bense: Chance auf späten Nachwuchs durchaus gegeben / Seit Mittwoch wird offensichtlich gebrütet

Als “phänomenal” bezeichnete Erwin Mattegiet vom Aktionskomitee “Rettet die Weißstörche” die Tatsache, dass es im Costedter Horst nach sechs Jahren wieder ein Storchenpaar gibt.

Am Montag vor einer Woche bezogen die Adebare ihre Wohnung am Großen Weserbogen. Seit Mittwoch sitzt ein Storch ständig auf dem Nest und brütet. 32 bis 34 Tage wird es dauern, bis ein oder mehrere Storchenjunge das Licht der Welt erblicken. Am 5. oder 6. Juni müsse es so weit sein, rechnete Erwin Mattegiet aus. “Nach Oeyni und Porti vor sechs Jahren sind nun wieder Nachfolger da. Die Geduld hat sich gelohnt.” Bei den unberingten Vögeln handele es sich vermutlich um “Ostzieher”, die über den Bosporus von Südafrika kommend einen weiten Zugweg haben und deshalb sehr spät eingetroffen sind, vermutet der Storchenkenner.

“Ich konnte die Costedter Störche kopulierend beobachten. Ich sah, dass ein Vogel mehrere Stunden fest auf dem Horst saß”, erzählt Erwin Mattegiet. Ob es eine erfolgreiche Brut geben wird, vermag er nicht zu sagen: “Die Zeit bis zum erforderlichen Rückflug der Jungen in den Süden im August erscheint mir reichlich knapp.”

Allerdings hat der “Storchenvater” Dr. Alfons Bense Hoffnung auf Storchennachwuchs. “Die Chance ist von der Jahreszeit her da. Wenn bis zum 10. Mai gebrütet wird, ist alles möglich”, ist seine Erfahrung. Es könnte sein, dass die recht spät zur Welt gekommenen Jungen etwas kleiner als üblich sind, aber das bleibt abzuwarten.

Vom Möllberger Rahlbruch kam das Storchenpaar zum Großen Weserbogen. Dr. Albrecht von Lochow vom Portaner Umweltamt hatte die Tiere einige Tage in der Möllberger Gegend beobachtet, bevor sie sich für ihre Wohnung in Wesernähe am Südlichen See entschieden.

Dass es im südlichen Mühlenkreis neben dem Storchenpaar in Hüllhorst nun ein zweites Paar gebe, sei toll, freute sich Mattegiet. “Insgesamt haben wir im Kreis 38 Storchenpaare. Vor ein paar Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten.” Eine Bitte an Spaziergänger mit Hunden äußert er: “Halten Sie Ihre Hunde angeleint, damit die Störche nicht gestört werden.”