Der von der Landesregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zur finanziellen Unterstützung der Kommunen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ setzt zunächst richtigerweise bei den Kommunen im Lande an, die bereits überschuldet oder von der Überschuldung unmittelbar bedroht sind. Zu diesen 34 Kommunen gehören auch die Städte Minden und Porta Westfalica.
Ein Parteiengezänk hilft Minden und Porta Westfalica nicht. Ich kann derzeit nicht erkennen, dass diese beiden Kommunen in der Lage sind, ohne fremde Hilfe und damit aus alleiniger Anstrengung heraus einen dauerhaften Haushaltsausgleich zu schaffen.
Vielmehr ist es so, dass die Finanzkrise längst auch bei den Kommunen angekommen ist. Dieses zeigt sich nicht zuletzt dadurch, dass erste Banken den Kommunen die Verlängerung ihrer Kreditlinien sperren. Dieses belegt die Dramatik der gesamten Situation eindeutig. Wenn bereits heute Kommunen in Haushaltsschieflage höhere Zinsen für ihre Darlehen zahlen müssen, welches aus Sicht der Kreditgebenden Banken im Hinblick auf die Risikoanforderungen verständlich ist, setzt sich eine Abwärtsspirale immer schneller zu Lasten der Kommunen in Gang. Dieses gilt umso mehr, als dass die Kommunen ihre Pflichtaufgaben mehr und mehr mit Hilfe von Dispo-Krediten finanzieren. Diesen Teufelskreis, das Kassenkredite zu einer Dauereinrichtung werden, müssen wir durchbrechen.
Der Stärkungspakt des Landes wird dabei allein sicherlich nicht ausreichen. Dieses gilt zum einen wegen des Gesamtvolumens von 350 Millionen Euro, zum anderen aber auch deshalb, weil solche Hilfen nur dann zielführend sind, wenn die betroffenen Kommunen selbst ihre Sparanstrengungen noch verschärfen.
Die FDP im Landtag ist aufgeschlossen gegenüber Gesprächen mit den anderen Fraktionen, um vor allem zu einer zügigen Entscheidung zu kommen. Es ist höchste Eisenbahn, die im Haushalt 2011 bereitgestellten Mittel durch eine klare gesetzliche Grundlage nun auch den betroffenen Kommunen zur Verfügung zu stellen. Hieran wird die FDP konstruktiv mitwirken.
Selbst dann, wenn ein solches Vorhaben mit den Stimmen von SPD, FDP und Grünen umgesetzt würde, steht man nicht am Vorabend einer Ampelkoalition in NRW. Es ist aber im Interesse der Sache geboten, dass man Kompromissbereitschaft zeigt, wenn damit den Kommunen geholfen werden kann.