Stärkungspakt Stadtfinanzen geht in die richtige Richtung – Parteiengezänk hilft Minden und Porta nicht weiter

12. Oktober 2011 von Kai Abruszat

Der von der Landesregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zur finanziellen Unterstützung der Kommunen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ setzt zunächst richtigerweise bei den Kommunen im Lande an, die bereits überschuldet oder von der Überschuldung unmittelbar bedroht sind. Zu diesen 34 Kommunen gehören auch die Städte Minden und Porta Westfalica.

Ein Parteiengezänk hilft Minden und Porta Westfalica nicht. Ich kann derzeit nicht erkennen, dass diese beiden Kommunen in der Lage sind, ohne fremde Hilfe und damit aus alleiniger Anstrengung heraus einen dauerhaften Haushaltsausgleich zu schaffen.

Vielmehr ist es so, dass die Finanzkrise längst auch bei den Kommunen angekommen ist. Dieses zeigt sich nicht zuletzt dadurch, dass erste Banken den Kommunen die Verlängerung ihrer Kreditlinien sperren. Dieses belegt die Dramatik der gesamten Situation eindeutig. Wenn bereits heute Kommunen in Haushaltsschieflage höhere Zinsen für ihre Darlehen zahlen müssen, welches aus Sicht der Kreditgebenden Banken im Hinblick auf die Risikoanforderungen verständlich ist, setzt sich eine Abwärtsspirale immer schneller zu Lasten der Kommunen in Gang. Dieses gilt umso mehr, als dass die Kommunen ihre Pflichtaufgaben mehr und mehr mit Hilfe von Dispo-Krediten finanzieren. Diesen Teufelskreis, das Kassenkredite zu einer Dauereinrichtung werden, müssen wir durchbrechen.

Der Stärkungspakt des Landes wird dabei allein sicherlich nicht ausreichen. Dieses gilt zum einen wegen des Gesamtvolumens von 350 Millionen Euro, zum anderen aber auch deshalb, weil solche Hilfen nur dann zielführend sind, wenn die betroffenen Kommunen selbst ihre Sparanstrengungen noch verschärfen.

Die FDP im Landtag ist aufgeschlossen gegenüber Gesprächen mit den anderen Fraktionen, um vor allem zu einer zügigen Entscheidung zu kommen. Es ist höchste Eisenbahn, die im Haushalt 2011 bereitgestellten Mittel durch eine klare gesetzliche Grundlage nun auch den betroffenen Kommunen zur Verfügung zu stellen. Hieran wird die FDP konstruktiv mitwirken.

Selbst dann, wenn ein solches Vorhaben mit den Stimmen von SPD, FDP und Grünen umgesetzt würde, steht man nicht am Vorabend einer Ampelkoalition in NRW. Es ist aber im Interesse der Sache geboten, dass man Kompromissbereitschaft zeigt, wenn damit den Kommunen geholfen werden kann.

Die wundersame Wandlung der FDP

12. Oktober 2011 von Friedhelm Ortgies

Nun ist es also raus. Die von Frau Kraft im letzten Jahr ausgerufene „Koalition der Einladung“ funktioniert.

Und das ausgerechnet mit der FDP, deren Fraktionschef Gerhard Papke sich  noch bis vor wenigen Wochen als wahrer „Grünenfresser“ und Hüter der freien Marktwirtschaft hervortat.

Die FDP signalisiert Zustimmung zum Landeshaushalt 2012 und sichert somit das Überleben der rot-grünen Minderheitsregierung unter bisheriger Duldung der Kommunisten.

Das ist nicht weiter verwunderlich, sichert sich die FDP-Landtagsfraktion somit das eigene Überleben um mindestens ein weiteres Jahr.

Nun verschwindet das Gespenst Neuwahlen im Nebel der kommenden Herbsttage.

Mein geschätzter Kollege Kai Abruszat bezeichnet seine FDP als das „Scharnier der Mitte“.

Lieber Kai, ich musste doch etwas schmunzeln, als ich diese Bewertung der Kehrtwende las.

Hoffentlich wird  das „Scharnier der Mitte“ immer kräftig geölt, damit es nach allen Seiten beweglich bleibt.

Schöne Herbsttage

wünscht

Friedhelm Ortgies

Erhält Porta Westfalica nun mehr oder weniger Geld?

26. August 2011 von Kai Abruszat

Die Stadt Porta Westfalica, immerhin drittgrößte Stadt im Kreis, soll – wie auch die Stadt Minden – am so genannte “Stärkungspakt Stadtfinanzen” teilnehmen können. Es gibt also außerhalb der üblichen Zahlungen zusätzliches Geld vom Land. Soweit, so gut.

Aus Sicht der Stadt Porta Westfalica sollte sich die rot-grüne Landesregierung dafür aber nicht feiern lassen. Unabhängig davon, dass der Landtag überhaupt noch gar nicht hierüber beschlossen hat, hat der Kämmerer der Stadt, wie das MT heute selbst beichtet, deutlich gemacht, dass selbst dann, wenn die Stadt circa zwei Millionen Euro aus dem Stärkungspakt erwarten kann, immer noch weniger Geld vom Land zur Verfügung hat als in der Zeit der Vorgängerregierung. Grund: Die rot-grüne Landesregierung hatte das Gemeindefinanzierungsgesetz 2011 neu strukturiert und dieses hatte den ländlichen Raum bekanntlich erheblich belastet, so auch Porta Westfalica.

Der „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ hat ja zum Ziel, dass das Land dazu beiträgt, dass es einer Stadt in Schieflage besser geht.

Ein Blick auf die nackten Zahlen macht deutlich: dieser so genannte Stärkungspakt verfehlt für Porta Westfalica klar das Ziel, weil es keine Stärkung ist, einer Stadt zunächst Geld wegzunehmen, um ihr dann im Rahmen eines Sonderprogramms wieder etwas Geld unter strengen Auflagen zurückzugeben. Im Übrigen: Trotz stark gestiegener Steuereinnahmen macht das Land bekanntlich auch in 2011 zusätzliche Schulden, so dass diese Zahlungen auf Pump später mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt werden müssen.

Insofern rate ich dringend an, keine Euphorie aufkommen zu lassen, wenn Politik gleich welcher Couleur mit Sonderprogrammen Geld verteilt.

Freundliche Grüße

Ihr Kai Abruszat

Stärkungspakt Kommunalfinanzen hilft Minden und Porta Westfalica

24. August 2011 von Inge Howe

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich hoffe, Sie hatten – trotz des insgesamt eher “mittelmäßigen” Wetters – bislang eine schöne Sommerzeit. Das Ende der Schulferien kommt so langsam in Sicht, und auch die “politische Sommerpause” neigt sich dem Ende entgegen.

Auf Landesebene sind bereits wieder wichtige Pflöcke eingehauen worden: Mit dem jetzt verabschiedeten Stärkungspakt Stadtfinanzen erweist sich die rot-grüne Landesregierung erneut als verlässlicher Partner der Kommunen. Auch für die heimische Region ein wichtiges Signal: Minden und Porta Westfalica – beide Städte haben mit erheblichen Haushaltsproblemen zu kämpfen - werden Nutznießer dieses Programms.

Und dieser Schwenk war ja auch bitter nötig: Nachdem die schwarz-gelbe Vorgängerregierung kommunale Mittel noch zur Sanierung des Landeshaushaltes zweckentfremdet und auf diese Weise den Brand in kommunalen Haushalten mit zu verantworten hatte, agiert die SPD-geführte Koalition nun als Feuerwehr: Mit dem Stärkungspakt hilft die Landesregierung gezielt den überschuldeten Kommunen, ihre Finanzen wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Sie sorgt damit endlich wieder für Licht am Ende des Tunnels.

Dabei stellt der Stärkungspakt nur einen Baustein des Gesamtkonzepts zur Sanierung der Kommunalfinanzen dar, bei dem die rot-grüne Koalition seit ihrem Start bereits rund eine Milliarde Euro bewegt hat. Wir schaffen solide Perspektiven für die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Quintessenz: Das Land hilft den Kommunen, damit diese ihre unverzichtbaren Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger erbringen können. Wie ich finde, ein guter Wiedereinstieg in den politischen Alltag.

Herzliche Grüße

Ihre Inge Howe

Erhalten Minden und Porta Westfalica zusätzliche Landesmittel für Ihre kommunalen Finanzen?

01. August 2011 von Kai Abruszat

Vieles, was in NRW durch die Landesregierung geschieht, findet bekanntlich nicht oder selten die Zustimmung der Opposition. Bei den Kommunalfinanzen in NRW herrscht dagegen Einigkeit: alle Fraktionen im Landtag sind sich einig, dass unseren Städten und Gemeinden geholfen werden muss. Im Landeshaushalt 2011 stehen hierzu 350 Millionen Euro zur Verfügung. Heftig diskutiert wird zurzeit darüber, nach welchen Kriterien die Gelder eingesetzt werden bzw. welche Städte die Mittel erhalten sollen. Für mich ist klar: es dürfen nur die Kommunen Unterstützung finden, die von der Überschuldung bedroht sind und gleichzeitig auch rigide Sparanstrengungen vornehmen.

Ich kann mich an meine Zeit, in der ich für die Stadt Porta Westfalica Verantwortung getragen habe, noch sehr gut erinnern: das operative Verwaltungshandeln war geprägt vom Schließen städtischer Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Spielplätzen und vor allem einer restriktiven Personalpolitik. Fünf Jahre hintereinander ist nicht eine einziger Beamter der Stadt befördert worden.

Das zeigt, dass Sparanstrengungen die in den Kommunen unternommen werden, vielfach aber deshalb nicht zu einer Trendwende bei den Kommunalfinanzen führen, weil die Struktur der Gemeindefinanzierung per se bestimmte Städte benachteiligt, andere Kommunen aber bevorzugt. So ist es auch bei der Gemeindefinanzierung 2011, die sehr stark die größeren Städte in den Ballungszentren bevorteilt, während ländlich strukturierte Flächengemeinden benachteiligt werden. Ich bin gespannt, zu welchen Kriterien man sich am Ende durchringen wird, um die Sonderhilfen für die Kommunen gerecht zu verteilen. Im Interesse der Region sollten alle Verantwortlichen hier „am Ball“ bleiben.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit.

„Die Koalition der Einladung“ oder „Es gilt das gebrochene Wort“

01. Juli 2011 von Friedhelm Ortgies

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit bemüht sich die Ministerpräsidentin zu betonen, man suche das Gespräch mit der Opposition, um Konflikte zu bereinigen.

Das gilt allerdings wohl nur, wenn man bedingungslos der Regierungskoalition folgt. So geschehen bei der Abstimmung über das WestLB Rettungspaket am 30. Juni 2011 im Landtag.

Es gibt zwischen den Fraktionen ein Fairness-Abkommen. Wenn jemand wegen einer schweren Erkrankung nicht an einer Abstimmung teilnehmen kann, zieht auch die Gegenseite einen Abgeordneten zurück.

Am Donnerstag erklärte die SPD-Fraktionsgeschäftsführerin wenige Minuten vor der Abstimmung zum Rettungspaket für die WestLB , die SPD-Fraktion könne sich leider wegen „der sehr weitreichenden Entscheidung“ nicht an dieses Abkommen halten.

Und Frau Kraft sagte dazu kein einziges Wort.

Unter den wütenden Protesten von FDP und CDU und den versteinerten Blicken der Grünen zog man das Vorhaben unbeirrt durch. Gewonnen hat man trotzdem nicht, aber das Vertrauen ist zerstört.

Übrigens nicht zum ersten Mal. Zu Anfang des Jahres nahm Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (CDU) an der Beerdigung eines ehemaligen SPD-Abgeordneten teil. Im Gegenzug versprach Familienministerin Ute Schäfer (SPD), nicht an Abstimmungen teilzunehmen.

Sie stimmte dann trotzdem ab, weil sie das Abkommen leider „vergessen“ habe.

Soviel zu der „Koalition der Einladung“.

Diese Minderheitsregierung hat zum wiederholten Male in arroganter Art und Weise Vertragsbruch begangen.

Viele Grüße

Ihr

Friedhelm Ortgies

„Privat vor Staat“ – Adaptiert die Ministerpräsidentin FDP-Credo?

07. Juni 2011 von Kai Abruszat

Am 06. Juni fand in der Landesvertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund das NRW-Sommerfest statt. Fast 2000 Gäste folgten der Einladung von Ministerpräsidentin Kraft und wohnten dieser traditionsreichen Veranstaltung bei. Diese verkündete, dass das Fest dank zahlreicher Sponsoren zu 100 Prozent drittfinanziert sei, somit von Unternehmen, beziehungsweise Privatleuten bezahlt wurde und somit den Landeshaushalt nicht belaste.

Statt also aus Landesmitteln die Kosten für diese Veranstaltung zu begleichen bediente man sich des Geldes aus der freien Wirtschaft. Kurz gesagt: Privat vor Staat.
Und diese Losung macht sich jetzt die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen zu Eigen? Also jene Abgeordneten, die in der Vergangenheit stets besonders kritisch hinterfragten, ob und in welchem Umfang Veranstaltungen durch private Dritte finanziert werden dürfen und damit unter der schwarz-gelben Vorgängerregierung einen besonders kritischen Maßstab an den Tag legten?

Ich bin gespannt, ob Rot-Grün jetzt doch noch das Sparen anfängt oder den vollmündigen Ankündigungen zu Beginn ihrer gemeinsamen Regierungszeit, eine Koalition der Einladung zu sein und auf andere Parteien zugehen zu wollen, doch noch Taten folgen lässt.

Übrigens: die Bild-Zeitung wollte auf der Veranstaltung einen „Bier-Skandal“ ausgemacht haben. Alt-Bier soll in Kölsch-Gläsern serviert worden sein. Da bleibt man doch lieber beim Pils.

P.S.: Selbstverständlich freue mich, dass wir in NRW starke Unternehmen haben, die solche Veranstaltungen sponsern.

Beitragsfreiheit für´s dritte KiTa-Jahr gesichert!

20. Mai 2011 von Inge Howe

Liebe Leserin/lieber Leser,

der Landeshaushalt ist nun verabschiedet, wichtige Projekte sind damit auf den Weg gebracht. Ein zentrales Thema auch in der öffentlichen Diskussion ist die Revision des Kinderbildungsgetzes (KiBiz) und hier vor allem der Einstieg in die Beitragsfreiheit. Mit dem Haushalt 2011 stellen wir jetzt das letzte Kindergartenjahr für die Eltern beitragsfrei.

Wir verstehen Kindertagesstätten als Bildungseinrichtungen. Bildung muss für alle Kinder unabhängig vom Geldbeutel der Eltern zugängig und damit beitragsfrei sein. Deshalb wollen wir für das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung keine Elternbeiträge mehr erheben. Einnahmeausfälle, die den Kommunen dadurch entstehen, wird das Land ausgleichen.

Mit dem Einstieg in die Elternbeitragsfreiheit schaffen wir eine neue Kultur der Anerkennung frühkindlicher Förderung. Wir geben ihr die Bedeutung, die sie für den weiteren Bildungsweg der Kinder hat. Frühkindliche Förderung ist Bildung. Sie stellt die Basis für einen erfolgreichen Schulstart dar. Und niemand käme auf die Idee die beitragsfreie schulische Bildung auch nur in Ansätzen in Frage zu stellen.

Mit der Beitragsfreiheit entlasten wir vor allem den „Bauch der Gesellschaft“, nämlich Familien mit kleinen und mittleren Einkommen, für die Kinder – allen seriösen Studien zufolge – ein erhöhtes Armutsrisiko bedeuten können. Lediglich 11 Prozent der Familien mit fünfjährigen Kindern haben in Nordrhein-Westfalen laut Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 ein Haushaltsnettoeinkommen von 48.000 Euro und mehr.

Wir entlasten mit der Elternbeitragsfreiheit für das letzte Kindergartenjahr auch die Kommunen, indem wir ihnen einen höheren Ausgleich zahlen werden, als sie durch Elternbeiträge zurzeit einnehmen Damit entlarvt sich übrigens auch der künstlich herbeigeredete Gegensatz von Qualität und Beitragsfreiheit.

Weil das Land die Übernahme des Elternanteils verlässlich garantiert, wird auch die Planung für die Kommunen und andere Träger sicherer. Das gilt vor allem für die Personalplanung. Und das hilft den Erzieherinnen – es sind meistens Frauen -, in diesem schwierigen Job  Sicherheit für die Zukunft zu haben. Voraussetzung für pädagogische Qualität ist eine vernünftige Personalausstattung.  Das ist ein wichtiger und guter Beitrag, den wir zur Entlastung der Familien und zur Qualitätsverbesserung leisten.

Übrigens: Auch die fünf “Wirtschaftsweisen” messen dem letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung eine besondere Bedeutung bei und fordern deshalb die Gebührenfreiheit.

Mein Fazit: Die Elternbeitragsfreiheit schafft Bildungsgerechtigkeit sowie Entlastungen für Familien und Kommunen: Auch für sie war die Verabschiedung des Haushaltes daher ein guter Tag!

Herzliche Grüße, Ihre Inge Howe

Link zum Thema:

www.spd-fraktion.landtag.nrw.de/spdinternet/www/startseite/Presse/Publikationen/index.jsp

Wer Wind sät…

10. Mai 2011 von Friedhelm Ortgies

Es weht ein neuer Wind seit dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen. Allerdings kein erfrischender, sondern ein Wind, der uns auf dem Lande kräftig ins Gesicht bläst.

Jüngster Beweis ist der neue Erlass des grünen Umweltministers Remmel zur Windenergie. Hatten wir in unserer Regierungszeit noch den Ausbau vernünftig geregelt, um einen Wildwuchs zu verhindern, gibt es nun weitere entscheidende Erleichterungen für die Errichtung neuer riesiger Windräder (zur Zeit ca. 200 m hoch):
1. Die Abstände zur Wohnbebauung werden reduziert.
2. Auch in ausgewiesenen FFH-Flächen sind Vorranggebiete erlaubt.
3. Die Vorranggebiete sollen drastisch auf ca. 70 000 Hektar erhöht werden.
4. Auch im Wald können zukünftig Anlagen erlaubt werden.

Diese neuen Regelungen, welche übrigens nicht vom Parlament genehmigt werden müssen, werden bei uns im ländlichen Mühlenkreis mit vielen Streusiedlungen zu massiven Konflikten zwischen Investoren, Kommunen und den genervten Anwohnern führen.

Auch wir als CDU-Landtagsfraktion wissen, dass die Windenergie einen guten Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten kann. Wir stellen allerdings den Schutz der Menschen im ländlichen Raum obenan und werden versuchen, diesen Erlass zu entschärfen.

Wenn Windräder genehmigt werden, die rund um die Uhr bis 45 Dezibel Lärm verursachen, so ist das für Anwohner unerträglich und inakzeptabel!

FDP beantragt Anhörung zur Dichtheitsprüfung

11. April 2011 von Kai Abruszat

Als einzige Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen hat die FDP nunmehr eine umfassende Anhörung zur landesweit umstrittenen Dichtheitsprüfung beantragt. In nahezu allen Stadt- und Gemeinderäten vor Ort gibt es enormen Widerstand. Nahezu täglich treffen hier Beschwerden und Resolutionen ein. Auch in der Öffentlichkeit stößt die Debatte auf großes Interesse. In dem nun erstmals von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft abgehaltenen Dialogforum „Zukunft NRW“, in dem Frau Kraft über Fragen diskutiert, die von jedem im Internet gestellt werden können und über die dann abgestimmt wird, bekamen die Fragen zum Thema Dichtheitsprüfung mit Abstand die meisten Stimmen: 24.349 Internetnutzer votierten dafür, im ersten Dialogforum über das Thema Dichtheitsprüfung zu sprechen. Das am zweithöchsten bewertete Thema „Staatsverschuldung“ bekam 3.159 Stimmen.

Die Dichtheitsprüfung hat in der bestehenden Form keine Akzeptanz in der Bürgerschaft. Deshalb soll in einer umfassenden Anhörung im Düsseldorfer Landtag betroffenen Kommunen und Verbänden die Möglichkeit gegeben werden, mit den Landtagspolitikern zu diskutieren. Wir brauchen bürgerfreundlichere Lösungen. Es ist nicht einzusehen, dass in fast allen anderen Bundesländern eine solche Prüfung wie in NRW für entbehrlich gehalten wird. Enttäuschend ist, dass entgegen anderslautender Berichterstattung, die FDP die einzige Partei war, die eine solche Anhörung befürwortet, beantragt und durchgesetzt hat. Weder SPD, Grüne noch die CDU haben sich für eine umfassende Anhörung ausgesprochen.

Die FDP favorisiert eine Regelung wie in Niedersachsen, wo das Land den Kommunen nicht vorschreibt, wie die Abwasserbeseitigung umzusetzen ist. Die Liberalen hatten in der vergangenen Landtags-Wahlperiode – wie die anderen Parteien auch – eine andere Auffassung zur Dichtheitsprüfung. Man muss nunmehr aber die Realitäten wahrnehmen, dass man nicht gegen den ausdrücklichen Willen der Bürgerschaft eine fragwürdige Regelung durchpauken kann.

Die Anhörung im Düsseldorfer Landtag könnte noch vor der Sommerpause stattfinden. Wir sollten uns hier jedenfalls nicht mehr so viel Zeit lassen. Städte, Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger brauchen Klarheit, wie es nun weitergeht.